Akupunktur und Moxibustion

Bei einer Akupunktur werden sehr dünne Nadeln, nahezu schmerzfrei, in ausgewählte Punkte gesetzt. Mit diesen speziellen Punkten werden über der Meridiansystem Impulse in Richtung Gesundung gesetzt, Blockaden beseitigt, körpereigene Heilungskräfte aktiviert und der Körper ganz gezielt angeregt, ins Gleichgewicht zu kommen.

Der Einstich erfolgt meist ohne Schmerz, evtl. ist die Nadel an der obersten Hautschicht zu spüren. Der Akupunkturpunkt, der in der Tiefe erreicht ist, reagiert mit einem Druck- und Wärmegefühl, es kann auch ein Kribbeln im Meridianverlauf sein. Diese Nadelsensation ist wichtig für den Behandlungserfolg, chinesisch nennen wir es De-Qi.

Akupunktur ist eine äußerst effektive Heilmethode. Nicht nur in der Schmerztherapie, auch zur Regulation bestimmter Körperprozesse und zum Ausgleich psych. Ungleichgewichte wird die Akupunktur eingesetzt.

 

Moxibustion

Ein weiteres Behandlungsverfahren, das zum Teil zur Steigerung der Akupunktur, aber auch eigenständig durchgeführt wird, ist die Moxibustion. Hierbei werden Punkte gezielt mit einem Heilkraut, Moxa (Beifuß-Blätter) erwärmt.

Akupunktur und Moxibustion kann bei allen Patienten angewandt werden, auch in der Schwangerschaft, bei inneren Erkrankungen und schwerwiegenden Erkrankungen.

Moxa sticksDie Stärke der Chin. Medizin liegt in der Diagnostik, bei der über Befragung, Puls-, Zungen- und Abdominaldiagnostik die Erkrankung im Gesamtzusammenhand des ganzen Organismus gesehen wird. Somit wird ein individuelles, ganzheitliches Behandlungskonzept für den Patienten / die Patientin entworfen.

Behandlungen sind immer individuell auf den Patienten abgestimmt.

Die Anzahl der Behandlungen hängt von der Art der Erkrankung und der individuellen Reaktionsbereitschaft des Patienten (Alter, Verfassung) ab. Meist kann der Therapieerfolg nach ca. 5 – 6 Behandlungen durch den Therapeuten realistisch eingeschätzt werden.

Nebenwirkungen sind in der Regel nicht zu erwarten. Allerdings werden durch die Akupunktur Selbstheilungskräfte aktiviert, die im Verlauf der Behandlung auch zu kurzfristigen Verstärkungen der Symptome, zu Ausscheidungsreaktion über Haut, Urin oder Stuhl führen können. Diese Reaktionen sind oft erwünscht und ein wichtiger Part des Behandlungssettings.

Nach der Akupunktur ist häufig eine wohltuende Entspannung spürbar, aber auch eine kräftig belebende Wirkung ist möglich.

Übermäßig körperliche Anstrengung, Stress und zu üppige Mahlzeiten vermeiden Sie bitte für 2 – 3 Stunden nach der Akupunktur.

Ich hatte das Glück, Akupunktur bei einem chinesischen Arzt, Dr. Li Jun, den ich 1992 kennenlernte, erlernen zu dürfen.

Dr. Li praktizierte in China Akupunktur, bis er aus politischen Gründen nach Deutschland kam. Ich habe einige Zeit mit Dr. Li zusammengearbeitet. Später, als ich schon meine eigene Praxis hatte, hat mich Dr. Li weiterhin supervisorisch unterstützt, bis er im Jahre 2002 wieder nach China zurückging.

Seit Jahren bin ich Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für klass. Akupunktur und trad. chinesische Medizin (AGTCM) und Dozentin an einer sehr renommierten Akupunkturschule in München – Europ. Institut of Oriental Medicine (EIOM.de).